Der Dritte Mann – Drehorte in Wien
Der Film Der dritte Mann aus dem Jahr 1949 zählt zu den bedeutendsten Klassikern der Filmgeschichte und gilt als Meisterwerk des Film Noir. Regisseur Carol Reed inszenierte eine atmosphärisch dichte Geschichte, die im zerstörten Wien der Nachkriegszeit spielt. Die Außenaufnahmen wurden an realen Orten in der Stadt gedreht und können zu einem großen Teil auch heute noch besichtigt werden.
Mölker Steig/FOL
Warum wurde in Wien gedreht?
Der Autor Graham Green schuf mit seinem Roman die literarische Vorlage und daher war natürlich von Anfang an klar, wo die Geschichte spielt. Aus heutiger Sicht ist es unser großes Glück, dass sich das Produktionsteam dazu entschied, on location zu drehen. So wurde dieser Teil der Geschichte Wiens auf Film verewigt. Neben der Kameraarbeit von Robert Krasker ist es die einzigartige Atmosphäre in der zerstörten Stadt, die den Film so besonders macht.
Welche Drehorte gibt es?
Mölker Bastei
Dieser Teil der Wiener Innenstadt blieb vom Krieg verschont. Daher ist er bis heute ein beliebtes Motiv für Filmcrews aus aller Welt. Eine Schlüsselszene von Der Dritte Mann spielt hier und es sieht noch genauso aus, wie während der Dreharbeiten Ende der 1940er Jahre.
Wiener Riesenrad
Im Grunde war es die Szene aus Der Dritte Mann, die im Riesenrad spielt, die Filmemacher noch Jahrzehnte später dazu inspirierte, hier zu drehen. Wenn man in eine der Gondeln steigt und sie sich in langsamem Tempo hocharbeitet, scheint die Zeit für einen Moment stillzustehen. Für einen Augenblick fühlt man sich in die Rolle von Harry Lime oder James Bond versetzt.
Am Hof
Jene Szene, in der sich Harry Lime auf einmal in Luft aufzulösen schien, konnte an diesem Platz seine größte Wirkung entfalten. Gänzlich unverbaut und mit nur eine Säule in der Mitte. So können Besucher*innen diesen Ort noch heute erleben. Um Orson Welles alias Harry Lime verschwinden zu lassen, musste das Filmteam aber in die Trickkiste greifen.
Am Hof/FOL
Behind-the-Scenes
Bis heute ist Wien als Stadt der Spione in aller Munde. Nicht zuletzt die zentrale Lage scheint für Geheimdienste verschiedener europäischer Länder attraktiv zu sein. Nun spielen Agenten in Der Dritte Mann keine Rolle, hinter der Kamera war das aber ganz anders. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass sowohl Alexander Korda, einer der Produzent des Films, als auch der Autor Graham Green für den britischen Auslandsgeheimdienst Secret Intelligence Service (SIS) tätig waren.
Wiener Riesenrad/FOL
Wien heute
Die Schutthalden sind längst verschwunden und das zerstörte Wien wieder aufgebaut. Trotzdem gibt es Drehorte, die darauf warten, entdeckt zu werden. Beim Riesenrad, Am Hof und auf der Mölker Bastei findet man Orte vor, die teilweise unverändert geblieben sind. Genau das macht einen Wienbesuch für Filmfans aus aller Welt so spannend.
Die Drehorte selbst erleben
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